Der Scherbenpalast
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Zwischen Scherben, Wut und neuen Erinnerungen
  • Lou ist wütend. Wütend auf alles und jeden. Auf ihre Eltern, die neue Stadt Mannheim, das neue Haus, ihr neues Zimmer, die neuen Nachbarsfamilien und die neuen Mitschüler:innen. Ihre Wut ist so zerstörerisch, dass nicht nur das Familienleben darunter leidet, sondern auch das Ankommen in der neuen Schule überschattet. Überall hinterlässt sie Scherben – sinnbildliche und echte. Nur ein Mädchen lässt sich nicht beirren und dringt langsam zu Lou durch. Sari ist nicht nur in ihrer Klasse, sondern auch Statistin an dem Theater, an dem Lous Mutter ein Engagement hat und wegen dem sie überhaupt nun in Mannheim sind. Sari nimmt Lou überallhin mit und zieht sie auf diese Weise langsam in ihre neue Lebenswelt hinüber. Den größten Teil dieser Arbeit erledigt aber die ältere Nachbarin Freya, bei der Lou so sein kann, wie sie will und ihre Wut durch Zertrümmern von Porzellan austoben kann. Die Scherben setzen die beiden zu neuen Kunstwerken rund um Freyas Haus und Garten zusammen. Und langsam setzt sich auch Lous Leben neu zusammen, besonders als dann auch noch der schwermütige Tikey dazukommt, der vor Lous Umzug mit seinen Eltern in ihrem Haus lebte.
    Annette Mierswa gelingt es in „Der Scherbenpalast“ ebenso eindringlich, Lous Wut auf die ganze Welt auszudrücken, wie auch mit kraftvollen sprachlichen Bildern die allem zugrundeliegende Angst: Angst vor der Veränderung, die das Leben bedeutet; Angst davor, in einer neuen Gruppe nicht akzeptiert zu werden; Angst, nicht selbst über sein Leben bestimmen zu können; Angst, sich unerwidert zu verlieben; Angst, Freund:innen zu verlieren und selbst nicht mehr zu wissen, wer man ist und wo man hingehört. Damit ist „Der Scherbenpalast“ auch ein mitreißender Coming-of-Age-Roman, der nicht nur Leser:innen dieser Altersgruppe anspricht.

  • Annette Mierswa: Der Scherbenpalast. Stuttgart: Freies Geistesleben 2025. Ab 14 Jahren.