Nur noch ein bisschen mehr (GN)
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Erst zu viel, dann zu wenig: Eine Graphic Novel über Essstörungen
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Janne ist ein fröhliches Mädchen, das Kaninchen und Computerspiele mag. Als sich bei einigen Mädchen in ihrer 6. Klasse zunehmend alles ums Aussehen dreht, verliert Janne, das dickste Mädchen der Klasse, ihre Freundin an die hübsche Renate und ihre coole Clique. Fortan wird sie beschämt und ausgegrenzt. Und auch zu Hause wird Jannes Gewicht zum Thema: Während die Mutter versucht, einfühlsam mit ihr darüber zu reden, hört Janne die wenig empathischen Bemerkungen ihres Vaters dazu. Aber der Plan der Eltern, Janne zum Abnehmen zu animieren, indem sie ihr für jedes verlorene Kilo Geld geben, geht auf. Allerdings setzt sich in Jannes Kopf das Bild eines fetten, schleimigen, dunklen Monsters fest, das sie selbst ist. Jedes Mal, wenn sie isst, fühlt sie sich schuldig und versucht die Kalorien durch lange Spaziergänge abzulaufen und verzichtet immer mehr aufs Essen und im gleichen Maße auch auf soziale Kontakte.
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Essstörungen bei jungen Mädchen darzustellen, ist ein schwieriges Thema, das behutsam angegangen werden muss. Jenny Jordahl ist dies sowohl in ihren Bildern als auch in den Texten in dieser Graphic Novel gelungen. Die klaren, bunten Zeichnungen animieren zum Lesen und bilden die Geschehnisse nachvollziehbar ab. Besonders eindrücklich ist das Monster, das Jannes Gedanken begleitet, ihr Selbstwertgefühl herabsetzt und sie weiter in die Isolation treibt. Neben Einblicke in Jannes Innenleben zeigt Jordahl auch, wie die Eltern beinahe hilflos zusehen, wie ihre Tochter zuerst über- und dann untergewichtig wird. Sie wollen ihre Tochter liebevoll unterstützen, wissen aber nicht, wie sehr sie Janne dabei auch verletzen.
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Essstörungen sind in allen Industrienationen ein großes Thema, deshalb braucht es mehr altersgerechte Lektüren wie diese. Auf den letzten Seiten sind Hilfestellen aufgelistet, an die sich Jugendliche wenden können. Dieses Buch gehört definitiv in jede Schulbibliothek.
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Jenny Jordahl: Nur noch ein bisschen mehr. Zürich: Atrium Pics, 2025. Ab 12 Jahren.