Der längste Schlaf
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Ein Brunnenschacht im Wald, ein verlassenes Haus mit Spukzimmer und prophetische Träume
  • Mara kann nicht schlafen. Oder besser: Mara will nicht schlafen, denn ihre Träume werden wahr. So sieht sie als Kind im Traum ihre Eltern sterben und viele Jahre später als Erwachsene ihre Nachbarin – und alle drei Personen kommen tatsächlich kurz darauf ums Leben. Als sie schon lange in London lebt, bekommt sie plötzlich einen Brief von einem Unbekannten, der ihr sein Haus in Süddeutschland schenken will. Als Mara für eine Woche nach Deutschland fliegt, um sich das Haus anzusehen, wird sie in dem kleinen Ort Limmerfeldt in seltsame und erschreckende Ereignisse hineingezogen: Iin dem großen Herrenhaus scheint es zu spuken, zwei Kinder werden vermisst und einige Menschen in ihrer Umgebung haben Geheimnisse. Dennis, der kriegsversehrte Sohn der Pensionswirtin, ist einer davon. In ihren Träumen sieht sie ihn nachts auf der Dorfstraße. Er trägt eine Wolfsmaske und ein Mädchen geht neben ihm her. Als Mara später auf genau dieses Mädchen trifft, das sie um Hilfe bittet, ist sie sich nicht sicher, ob sie wegen des Schlafmangels unter Halluzinationen leidet oder wieder einen dieser prophetischen Träume hatte. Die Ereignisse in dem großen alten Haus und dem kleinen Ort am Wald verdichten sich immer mehr und auch die Leser:innen können sich nicht mehr sicher sein, was Traum ist und was Wirklichkeit. Irgendwann gelingt es Mara, die einzelnen Fäden zu einem Bild zu verweben, und sie findet zusammen mit Matteo, einem Schriftsteller aus Limmerfeldt, die verschwundenen Kinder.
  • Melanie Raabes Sprache ist blumig und weich, in Farben wäre sie rosa, orange und hellblau. Sie erweckt den Wald hinter Haus Limmerfeldt nicht nur in ihrem Roman zum Leben, sondern auch in der Vorstellung der Leser:innen. Die Aggression, auf die Mara während des Dorffestes stößt, ist spürbar. Mit „Der längste Schlaf“ ist ihr ein mitreißender Thriller mit gruseligen Elementen gelungen, der sich gut für Jugendliche ab 16 Jahren für die heimische Lektüre eignet.

  • Melanie Raabe: Der längste Schlaf. München: btb. Ab 16 Jahren