Ein Lied für Ella Grey
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Titel
  • „Ich bin die, die zurückgelassen wurde. Ich bin die, die diese Geschichte erzählt. Ich kannte sie beide, kannte ihr Leben und ihren Tod.“ Sie, das ist Claire, Ellas beste Freundin. Und vielleicht auch mehr als das. Zumindest bis zu einem Ausflug, den die Clique in den Osterferien unternimmt. Sie wollen am Strand zelten, singen, lachen, tanzen, frei sein. Nur Ella darf nicht mitfahren. Als die Clique am Strand plötzlich auf einen jungen Mann trifft, der sie alle in ihren Bann zieht, ruft Claire Ella mit dem Handy an, damit auch sie teilhaben kann: an Orpheus, der seinem ungewöhnlichen Instrument, einer Lyra, so liebliche Töne entlockt und dessen Gesang nicht nur die Menschen, sondern auch alle Tiere in seinem Umkreis betört. Wenn Orpheus singt, kommt die Welt zur Ruhe, Mensch und Tier sind gleich und haben nur Augen und Ohren für ihn. Und auch Ella kann sich diesem Sog nicht entziehen.
  • Als Orpheus nach den Ferien schließlich in dem kleinen Ort auftaucht, hat Ella schon auf ihn gewartet. Von nun an gehören sie zusammen. In den nächsten Ferien fahren Ella und die Clique wieder an den Strand in Northumbrien. In einem Fest aus Musik und Gesang, Tanz und Feuer, heiraten die beiden in einer kleinen Zeremonie. Sie sind überglücklich, und auch Claire freut sich mit den beiden. Als Ella jedoch Orpheus in die Dünen folgt, passiert ein Unglück, das die junge Braut nicht überlebt.
  • Wie Orpheus mit seiner Musik, gelingt es Almond mit seinen Worten, Menschen in den Bann zu ziehen. Wie eine Melodie schwingen sie durch diese zarte Geschichte von Liebe und Unglück. Wer die Parallelen zur griechischen Mythologie erkennt – Orpheus, der Lyraspieler, der mit seinem Gesang Götter, Menschen und Tiere gleichermaßen betört und Ella (Eurydike), die auf eine Schlange tritt und stirbt – kommt in den Genuss einer weiteren Bedeutungsebene. Es bleibt den Leser:innen zu hoffen, dass es Orpheus wie seinem Namensvetter gelingt, in die Unterwelt zu reisen und seine Geliebte dort wiederzutreffen.

  • David Almond: Ein Lied für Ella Grey. Stuttgart: Freies Geistesleben. Ab 14 Jahren.