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Lernfeld 10

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Kundentypen

Merkmale/Umgang

  • Kundentyp: Der Besserwisser
    Merkmale: hält sich für kompetent, fühlt sich wichtig und beharrt auf seine Meinung, sehr energisches Auftreten
    Verkäuferverhalten: zustimmen und Anerkennung vermitteln, Vorsicht: Korrekturen sollten sie freundlich verpacken und die Ja-aber Methode anwenden (baue Verständnis mit ein)
  • Kundentyp: Der Unentschlossene
    Merkmale: schwere Entscheidungsfindung, benötigt mehr Unterstüzung in der Beratung, sehr unsicher
    Verkäuferverhalten: postitive Körpersprache durch freundliches Lächeln, muss sich selbst überzeugen, leichtere Ansprache durch Vorwahl

Reklamation

Beschwerdemanagement

  • Eine Reklamation ist immer eine unagenehme Situation für den Kunden, weil er einerseits die Zeit aufwenden muss wieder ins Geschäft zu kommen und zudem nicht weiß, wie die Mitarbeiter auf seine Beschwerde reagieren.
  • Eine Reklamationsabwicklung sollte strukturiert ablaufen, um den Kunden von Beginn das Gefühl zu geben ihn ernst zu nehmen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen:
  • 1. Für ruhige Gesprächsatmosphäre sorgen, bloß nicht vor Kunden.
  • 2. Den Kunden das Problem schildern lassen und aktiv zuhören und Verständnis/Bedauern zeigen.
  • 3. nach einer Lösung suchen, die den Kunden zufrieden stellt und für das Unternehmen kostengünstig ist
  • 4. rechtliche Situation klären:
    Liegt der Bon vor?
    Liegt eine berechtigte Reklamation vor?
  • 5. Erfüllen des Kundenwunsches (oder Ablehnung)
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Unterschied Sachmängelhaftung/Garantie/Umtausch

  • Sachmängelhaftung: gesetzliche Vorschrift, dass der Kunde 24 Monate ein Reklamationsrecht in Anspruch nehmen kann!
  • Garantie: vertragliche Zusicherung der Funktionstüchtigkeit des Artikels für die Garantiezeit, gilt als Erweiterung der Sachmängelhaftung, dass der Kunde auch nach 2 Jahren noch Anspruch auf Reperatur oder Ersatz hat!
  • Umtausch: Serviceleistung des Einzelhändlers bei nicht berechtigter Reklamation die Ware zurückzunehmen!

Rechte des Verkäufers

Gründe

  • für berechtigte Reklamationen:
  • 1. defekte Ware
    2. nicht vollständige Ware
  • Umtauschgründe:
  • 1. Kaufreue
    2. Nicht-Gefallen
    3. Falsche Größe

Den Kunden beim Geschenkkauf unterstützen

Welche Fragetechnik eignet sich beim Geschenkekauf?

  • Beispiel: "Guten Tag. Ich suche ein Geschenk für meine Enkelin."
  • Fragetechnik:
    • offene W-Fragen
    • Alternativfragetechniken
  • Formulierung:
    "Guten Tag! Da sind sie bei uns richtig! Wie alt ist Ihre Enkelin?" (offene W-Frage)
    "Wofür interessiert sich Ihre Enkelin?" (offene W-Frage)
    "Malt Ihre Enkelin lieber oder spielt sie lieber mit Puppen?" (Alternativfrage)

Wie kann ich dem Kunden die Unsicherheit nehmen?

  • Wie kann ich dem Kunden die Unsicherheit nehmen?
    • Umtauschmöglichkeit anbieten ↪️
    • Geschenkgutschein 📜
    • Verkaufsargumente zusammenfassen 🆗
    • Serviceleistung Geschenkverpackung 🎁

Hochbetrieb

Ursachen

    • Anfang des Monats
    • Feiertage
    • Sonderaktionen

Maßnahmen

    • Öffnungszeiten/Arbeitszeiten anpassen
    • Mehr Personal einplanen
    • Vorbereitungen (genug Tüten/Wechselgeld)
    • Pausen für das Personal

Mehrfach- und Parallelbedienung

  • Bild 1:
    Parallelbedienung: Vollbedienung
    https://nds.edumaps.de/file/14909980884045065394.jpg/18pm455
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  • Voraussetzung:
    • Mehrere Kunden werden gleichzeitig beraten, die sich für den gleichen oder ähnlichen Artikel interessieren
    • Das ist nur möglich, wenn die Kunden damit einverstanden sind
  • Bild 2:
  • Mehrfachbedienung: Vorwahl
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  • Voraussetzung:
    • Mehrere Kunden werden abwechselnd bedient oder beraten
    • Kunde 1 probiert etwas an, während man Kunde 2 bedient

Spätkunden

2 Typen als Spätkunden

    • Der Entschlossene (weiß was er will)
    • Der Unentschlossene (kein Zeitgefühl, weiß noch nicht ganz was er will)
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Verhalten bei Spätkunden

    • Freundlich behandeln, wie jeden Kunden
    • zuhören, Interesse zeigen, fokussiert sein
    • freundlich auf Ladenschluss hinweisen
    • Verkaufsgespräch kurz halten, trotzdem Qualitativ
  • Muss ich den Kunden nach Ladenschluss noch intensiv beraten?
    • Es ist legitim auf den Ladenschluss hinzuweisen, den Artikel ggf. zurückzulegen und einen Beratungstermin für den Folgetag zu vereinbaren!

Senioren als Kunden

Arbeitsauftrag

Ergebnis

  • 1. Zielgruppe: Leute ab 50+ Jahren zählen zu den Senioren im Einzelhandel.
    Senioren machen einen großen Teil der Bevölkerung aus und haben häufig eine höhere Kaufkraft.
  • Typische Vorurteile des Verkäufers gegenüber Senioren: langsam, nervig, hoher Redebedarf, schlecht zu verstehen, kontrollierend
    Typische Vorurteile der Senioren gegenüber der Verkäufer: Junge Generation ist faul, weniger gebildet, bevorzugen Beratung von älteren Mitarbeitern
  • Wie sollte der Verkäufer sich gegenüber Senioren verhalten?:
    Respekt, Geduld, Höflichkeit, Hilfestellungen (z.B. Geld zählen, Waren einpacken)
  • Welche Maßnahmen kann der EZ für diese Zielgruppe ergreifen?
    Warenpräsentation:leicht erreichbare Warenhöhe, Preise und Informationen sind gut lesbar, weniger Umbau/umräumen
    Serviceleistungen: gute Parkmöglichkeiten, gut rollbare Einkaufshilfen, Online- oder Telefonbestellungen, Barrierefreiheut, Trink- und Sitzmöglichkeiten
    Sortimentsgestaltung: Qualität über Quantität (regional, frisch, spezielle Nahruhng bei Krankheit), kleinere Verpackungseinheiten

Ladendiebstahl

Methoden:

  • 1. Alt gegen Neu
    - Alte Schuhe mit den Neuen Schuhen tauschen
  • 2. Zwiebel trick
    - geklaute Ware wird unter den Klamotten angezogen

Vorgehen bei konkretem Tatverdacht

    • Dieb zur seite nehmen (z.b. Büro, Personalraum)
    • Ausweis erfragen
    • Polizei dazuholen
  • *Wichtig Eigensicherheit geht vor, und keine Taschen durchsuchen

Maßnahmen zur Diebstahlvermeidung

  • 1. Personell:
    - Ladendedektive einstellen
  • 2. Verkaufsraum:
    - Spiegel
  • 3. Ware:
    - Elektronische Warensicherung
    - Marken mitgeben mit der Anzahl der Ware
    - Ware verschließen (Z.B. Alkohol,Tabak)

Preis- und Rabattgespräche

Grundsätze

    • Methoden der Einwandbehandlung helfen, Preiseinwänden zu begegnen
    • Rabattwünschen freundlich und verständnisvoll begegnen
    • zu den Preisen der Waren stehen
    • Rabatte im Rahmen der betrieblichen Regelungen und abhängig von der jeweiligen Verkaufssituation gewähren und Entscheidungen begründen
    • Serviceleistungen als Zugabe oder Naturalrabatt anbieten

Methoden

  • 1. Ja-aber-Methode
  • Verständnis zeigen, Pause machen, Vorteil erläutern
  • 2. Kontra-Pro-Methode
  • Verständnis für den Preiseinwand äußern, Kontra-Argumente auflisten, anschließend die positiven Artikeleigenschaften herauskehren

Kinder und Jugendliche als Kunden

Rechtliche Voraussetzung

  • Geschäftsunfähigkeit:
  • 0 - 6 Jahre, kein Kaufvertrag möglich, Ausnahme: Botengänge
  • Beschränkte Geschäftsfähigkeit:
  • 7 - 17 Jahre, Geschäfte schwebend unwirksam bis zur Bestätigung der Eltern, Ausnahme: Kauf mit eigenen Mitteln
  • Geschäftsfähigkeit:
  • ab 18
    • kein Verkauf von Alkohol, Tabakwaren, Bildträgern und Feuerwerkskörpern an unter 18-Jährigewerden
    • Alkohol unter 15 Volumenprozent darf an Jugendliche ab 16 Jahren verkauft werden
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Welche Anforderungen stellt diese Zielgruppe an das Geschäft?

  • Warenpräsentation:
    • bei Jugendlichen: Trends beachten, moderne Präsentation
    • bei Kindern: "gucken-anfassen-ausprobieren"
  • Serviceleistungen:
    • für besondere Anlässe: Geschenktische
    • Reparaturdienst für defekte Spielsachen oder elektronische Geräte
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  • Sortimentsgestaltung:
    • bei Kindern: Süßwaren, Spielsachen
    • Jugendliche: Markenprodukte aus den Bereichen Freizeitgestaltung, Körperpflege, Mode, Essen, Trinken und Musik

Welche Anforderungen werden an den Verkäufer gestellt?

    • Kinder & Jugendliche im Verkaufsgespräch genauso ernst nehmen wie Erwachsene
    • Versuchen, sich in die Erfahrungswelt der Kinder und Jugendlichen hineinzuversetzen
    • Freundeskreis/"Peergroup" spielt eine große Rolle bei Kindern/Jugendlichen (Anerkennung)
    • Kinder & Jugendliche verfügen über weniger Einkaufserfahrung als Erwachsene

Übungsaufgaben

  • Lehrbuch S. 340 Aufgabe 2
  • Arbeitsheft S.151 Übung 1.2

Warensteckbrief

Möglichkeiten zur Gestaltung:

  • 1. Produktname
    2. Produktbeschreibung (z. B. Herkunft)
    3. Sortimentseinteilung
    4. Preisinformationen
    5. Umweltinformationen
    6. Lagerung
    7. Verwendungshinweise
    8. Zusatz- und Ergänzungsartikel
    9. Werbung und Verkaufsfördermaßnahmen
    10. Platzierungstrategien

Merke: Leanselling, 

d.h. das VK-Gespräch

 wird verkürzt durchgeführt