Unser Quiz hat gezeigt, dass viele Menschen Berufe und Tätigkeiten automatisch mit einem bestimmten Geschlecht verbinden. Deshalb haben wir bewusst das andere Geschlecht gewählt. Außerdem gibt es für manche Berufe keine oder nur wenig bekannte Begriffe für das andere Geschlecht. Beispiele dafür sind „Krankenschwester“ und „Krankenbruder“, „Hebamme“ und die männliche Hebamme sowie „Putzfrau“ und „Putzmann“ oder „Hausfrau“ und „Hausmann“. Das zeigt, dass Sprache und Rollenbilder unser Denken beeinflussen.
Laut dem Duden bedeutet geschlechtergerechter Sprachgebrauch, dass Menschen aller Geschlechter sprachlich angesprochen werden. Dabei sollen nicht nur Männer und Frauen, sondern auch nichtbinäre Personen berücksichtigt werden.
Wie viele Frauen oder nicht-männliche Personen hast du genannt?
Sprache beeinflusst unser Denken. Studien zeigen, dass viele Menschen bei Begriffen wie „Schauspieler“, „Lehrer“ oder „Ärzte“ zunächst vor allem an Männer denken. Wenn man jemanden bittet, drei Schauspieler zu nennen, werden oft zuerst männliche Personen genannt. Dadurch werden andere Geschlechter weniger sichtbar. Gendergerechte Sprache kann dazu beitragen, dass alle Menschen gleichermaßen mitgedacht und angesprochen werden.
Das generische Maskulinum ist eine Personen- oder Berufsbezeichnung in der grammatisch männlichen Form. Generisch ist ein allgemeingültiger Oberbegriff. Beispielsweise wird eine Personengruppe, die sich aus allen Geschlechtergruppen zusammensetzt, maskulin bezeichnet. Zur Rechtfertigung der Allgemeingültigkeit wird behauptet, das Wort habe keinen Sexus (Sexus ist der lateinische Begriff für „Geschlecht“ und bezeichnet das biologische Geschlecht von Lebewesen). Es nutze einfach nur das maskuline Genus (Das maskuline Genus stammt aus dem lateinischen Wort „masculinus“ und ist das grammatikalische Geschlecht „Genus“ eines Substantivs oder Nomens. Im Deutschen wird es zum Beispiel durch den Artikel „der“ gekennzeichnet). Maskuline Personenbezeichnungen seien angeblich kürzer und deshalb praktischer. Jedoch ist es lediglich ein Sprachgebrauch, der zunehmend so nicht mehr funktioniert.
Das generische Maskulinum wird von vielen Menschen als Problem angesehen, weil männliche Wörter wie „Studenten“ oder „Ärzte“ oft verwendet werden, obwohl Menschen aller Geschlechter gemeint sind. Studien zeigen, dass sich viele dabei zuerst Männer vorstellen. Dadurch können Frauen und andere Geschlechter weniger sichtbar wirken. Kritiker meinen deshalb, dass das generische Maskulinum dazu beitragen kann, dass bestimmte Berufe oder Rollen eher mit Männern verbunden werden. Andere finden dagegen, dass diese Sprachform praktisch ist und schon lange als allgemeine Bezeichnung für alle Menschen verwendet wird. Deshalb wird bis heute darüber diskutiert, welche Form der Sprache am besten geeignet ist.
Beim Gendern gibt es verschiedene Möglichkeiten, aber jede hat ihre Nachteile. Manche Formen sind schwer lesbar oder ungewohnt, andere machen Texte länger oder berücksichtigen nicht alle Geschlechter. Außerdem gibt es nicht für jeden Begriff eine passende geschlechtsneutrale Form. Deshalb wird weiterhin diskutiert, welche Art des Genderns am besten verständlich, praktisch und gerecht für alle Menschen ist.
Ob Mann, Frau oder nicht-binär: In der englischen Sprache werden alle Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger als „nurse“ bezeichnet und alle Pilotinnen und Piloten als „pilot“.
Außerdem gibt es verschiedene nicht-binäre Pronomen wie zum Beispiel „they“ für eine genderneutrale Ansprache.
Früher wurde empfohlen, in der Anrede nicht mehr zwischen „Mrs“ (verheiratete Frau) und „Miss“ (unverheiratete Frau, Fräulein) zu differenzieren, da dies bei Männern in der Anrede „Mr“ auch nicht getan wird.
Man kennt im spanischen Sprachgebrauch nur zwei Artikel: „la“ (die) und „el“ (der).
Maskuline Personenbezeichnungen enden auf „o“, zum Beispiel „el ministro“ (der Minister). Die weiblichen Entsprechungen enden dann meist auf „a“: „la ministra.“
Es gibt aber auch neutrale Berufsbezeichnungen, bei denen sich nur der vorangestellte Artikel ändert.
In den untersuchten Artikeln der NWZ wurde nicht gegendert. Die Zeitung verwendet meist die traditionelle Schreibweise. Dadurch werden nicht alle Geschlechter ausdrücklich angesprochen.
Die Szene aus Bibi Blocksberg zeigt, dass das Thema Gendern schon in Kinderhörspielen vorkommt. Durch die Diskussion zwischen Barbara und Bernhard Blocksberg werden männliche und weibliche Berufsbezeichnungen gegenübergestellt. Dadurch werden schon Kinder auf die Bedeutung einer geschlechtergerechten Sprache aufmerksam gemacht.