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Die möglichen Abschlüsse - der schulische Teil der Fachhochschulreife und das Abitur

Susanne Sinn

Welche Abschlüssse kann man durch den Besuch der gymnasialen Oberstufe erwerben?

Das Abitur

  • Wer nach Ende des 13. Schuljahres die Abiturprüfung besteht, erwirbt damit das Abitur, die "Allgemeine Hochschulreife".
  • Das ist ein Nachweis darüber, dass man an einer beliebigen Uni oder einer Hochschule in Deutschland studieren darf. Das heißt, man kann überall jedes angebotene Studium beginnen, solange keine weiteren Voraussetzungen, wie beispielsweise ein Numerus Clausus (N.C.), erfüllt sein müssen.
  • Darüber hinaus dient ein Abiturtzeugnis auch als Nachweis darüber, dass man über gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik, Englisch und den anderen Fächern verfügt. Für Betriebe, denen diese Fähigkeiten wichtig sind, ist man damit ein(e) attraktive(r) Auszubildende(r) / Arbeitnehmer(in).
  • Beginnt man nach einem Abitur eine Ausbildung, so kann diese auf Antrag vielfach um ein Jahr verkürzt werden.

Den schulischen Teil der Fachhochschulreife

  • Den "schulischen Teil der Fachhochschulreife" erwirbt man in der Regel schon nach dem Besuch des 12. Jahrgangs, dazu muss keine Prüfung abgelegt werden.
  • Ergänzt man diesen Schulabschluss durch
    • einen Freiwilligendienst oder
    • ein einjähriges begleitetes Berufspraktikum oder
    • eine Ausbildung
  • so erlangt man die "Allgemeine Fachhochschulreife", sie berechtigt zu einem Studium an Fachhochschulen in fast allen Bundesländern.
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  • Die Regelungen, was und wo man mit der Fachhochschulreife studieren kann, sind insgesamt sehr komplex und nicht einheitlich, nähere Informationen findet man auf den Seiten der einzelnen Hochschulen.
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Das "Fachabitur"

  • Den Begriff "Fachabitur" taucht immer mal wieder auf, ihn es aber eigentlich gar nicht, Meistens ist mit dem "Fachabitur" die "Allgemeine Fachhochschulreife" gemeint, das ist aber nicht die offizielle Bezeichnung dafür.
    Eigentlich meint der Begriff "Fachabitur" eher "die fachgebundene Fachhochschulreife". Diese berechtigt jeweils zum Studium der "gebundenen" Fächer und ist für allgemeinbildende Schulen ohne Bedeutung.

Das Abitur - Grundlagen und Ablauf

Zusammensetzung des Abiturs

  • Die endgültige Abiturnote setzt sich aus zwei sogenannten "Blöcken" zusammen.
  • Block I ergibt sich aus den Zeugnisnoten der vier Halbjahre der Qualifikationsphase
  • Block II ergibt sich aus den Ergebnissen der fünf Abiturprüfungen.
  • In beiden Blöcken können zusammen 900 Punkte erreicht werden, 600 in Block I und 300 in Block II.
    Block I entscheidet also über Zweidrittel der Gesamtnote.
  • Bestanden hat man das Abitur, wenn in Block I mindestens 200 und in Block II mindestens 100 Punkte erreicht wurden. Das bedeutet, man benötigt in beiden Blöcken je einen Durchschnitt von mindestens 05 Punkten.

Die Zulassung

  • Bevor man zu der Abiturprüfung antreten kann, muss man dazu zugelassen werden. Die Noten aus den vier Halbjahren der Qualifikationsphase entscheiden darüber, ob man die Zulassung erhält. Die Zulassung erhält man, wenn
    • in den den Kursen, die in das Abitur eingebracht werden, einen Schnitt von mindestens 5 Punkten erreicht wurde
      und
    • höchstens sechs oder sieben einbringungspflichtige Kurse mit unter 05 Punkten bewertet wurden (die Zahl hängt von der Gesamtzahl der eingebrachten Leistungen ab, siehe rechts)
      und
    • von diesen "Unterkursen" höchstens drei aus den Fächern P1 bis P3 sind.
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Die Anmeldung

Die Prüfung

  • Das letzte Halbjahr der Qualifikationsphase endet meist kurz nach den Osterferien, danach beginnt die Prüfungsphase.
  • Zuerst werden die Prüfungen in den ersten vier Prüfungsfächern geschrieben, die Termine für die einzelnen Fächer werden durch das Kultusministerium festgelegt.
    Wer an einem dieser Termine erkrankt ist, kann die Prüfung am jeweiligen Nachschreibtermin nachholen, auch diese Termine sind vom Ministerium festgelegt.
  • Innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters, meist Ende Mai, finden dann die mündlichen Prüfungen im P5-Fach statt.
  • Die sogenannten "Nachprüfungen" sind dann kurz vor der Abiturentlassung, auch hierfür legt das Kultusministerium den Termin fest. In eine Nachprüfung muss man gehen, wenn man mit den bisher abgelegten Prüfungen das Abitur noch nicht bestanden hat. Man kann in eine Nachprüfung gehen, wenn man dadurch seinen Notenschnitt noch verbessern kann.
  • Mit der Entlassungsfeier und der Zeugnisübergabe endet dann die Schulzeit.

Block I - Das Ergebnis von zwei Jahren Arbeit

Was bedeutet es eigentlich, Kurse "einzubringen"?

  • In die Endnote des Abiturs fließen viele der Halbjahresergebnisse aus der Qualifikationsphase ein, sie werden in das Abitur "eingebracht", das heißt, die erreichte Punktzahl beeinflusst unmittelbar das Endergebnis, also die Abiturnote.
  • Welche Kursergebnisse eingebracht werden müssen, ist durch die "AVO-GOBAK" gestgelegt. Dabei können zwischen 32 und 36 Kursergebnisse eingebracht werden, acht davon, nämlich die Ergebnisse aus P1 und P2, werden doppelt gewertet.
    Insgesamt werden also 40 bis 44 Punktwerte für die Abiturnote in Block i zusammengezählt.
  • Welche Kursergebnisse eingebracht werden müssen, ist in der "AVO-GOBAK" festgelegt.
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Welche Kurse müssen in das Abitur eingebracht werden?

  • Eingebracht werden müssen:
    • alle Ergebnisse aus P1 und P2 in doppelter Wertung, das macht insgesamt also 2mal4mal2 = 16 Notenwerte
    • alle Ergbenisse aus P3,P4 und P5 in einfacher Wertung, also insgesamt 12 Ergebnisse.
  • Damit sind 28 einzubringende Noten schon gesetzt. Die restlichen 12 bis 16 Notenwerte können aus den übrigen Grundkursen gewählt werden.
  • ABER:
  • Insgesamt müssen in jedem Schwerpunkt mindestens:
    • zwei Halbjahresergebnisse Geschichte
    • zweiHalbjahresergebnisse Politik
    • zwei Halbjahresergebnisse Religion oder Philosophie
    • zwei Halbjahresergebnisse Musik, Kunst oder Darstellendes Spiel
    • die vier Halbjahresergebnisse der durchgängig belegten Naturwissenschaft
    • vier Halbjahresergebnisse Mathematik
    • vier Halbjahresergebnisse Deutsch
    • vier Halbjahresergebnisse einer Fremdsprache
    • zwei Halbjahresergebnisse des Seminarfachs, darunter das mit der Facharbeit
  • Dazu müssen
    • im naturwissenschaftlichen Schwerpunkt vier Halbjahresergebnisse einer weiteren NW oder Informatik
    • im gesellschaftswissenschaftlichen und im sportlichen Schwerpunkt zwei Halbjahresergebnisse einer weiteren NW oder einer weiteren Fremdsprache
    • im sprachlichen Schwerpunkt vier Halbjahresergebnisse einer zweiten Fremdsprache
    • im künstlerischen Schwerpunkt zwei Halbjahresergebnisse des nicht als Schwerpunktfach gewählten Faches aus Kunst / Musik / DS
  • eingebracht werden.

Bedeuten mehr eingebrachte Kurse automatisch mehr Punkte im Abitur?

  • Nein, das ist nicht der Fall. Es ist nicht so, dass die Werte der eingebrachten Kurse einfach zusammengerechnet werden, sondern es wird immer mit Durchschnittswerten gerechnet:
  • Alle eingebrachten Notenwerte werden addiert (die Noten aus P1 und P2 werden doppelt gezählt), dass sind dann 40 bis 44 Werte.
  • Das Ergbnis wird dann durch die Anzahl der eingebrachten Werte dividiert, man erhält also eine Durchschnittspunktzahl. Diese wird dann mit 40 multipliziert. Im Endeffekt bringt also jeder SuS 40mal seine Durchschnittspunktzahl ein.
  • Ein Unterschied besteht allerdings in der Anzahl der erlaubten Unterkurse: Bei 40, 41 und 42 eingebrachten Notenwerten (also bei 32-34 Kursen in einfacher Wertung) darf man 6 Unterkurse ins Abitur einbringen, davon 3 in P1-P3.
  • Bei 43 und 44 eingebrachten Notenwerten (also bei 35 oder 36 Kursen in einfacher Wertung) darf man 7 Unterkurse ins Abitur einbringen, davon 3 in P1-P3.

Block II - Die Prüfungen

Die schriftlichen Prüfungen

  • Nachdem die Unterrichtszeit mit dem Erhalt des letzten Zeugnisses zu Ende gegangen ist, beginnt die Prüfungsphase mit den schriftlichen Prüfungen in P1 - P4.
  • In welcher Reihenfolge und wann diese Prüfungen stattfinden, legt das Kultusministerium fes; jedem Fach wird ein Datum zugeordnet. Ob man also mit der P4-Klausur oder einer Klausur in einem Leistungfach beginnt und ob man einen großen oder einen kleinen Abstand zwischen den Terminen hat, ist individuell verschieden und die Schule hat keinen Einfluss darauf.
    Meistens beginnen die Prüfungen kurz nach den Osterferien, der erste Termin ist fast immer Geschichte. Insgesamt dauert Zeitraum der schriftlichen Prüfungen etwa vier Wochen.
  • In den P1-P3-Fächern dauern die Prüfungsklausuren etwa fünf Zeitstunden, in P4 etwa vier.
  • In jedem Fach erhält man Aufgabenvorschläge und kann sich daraus die beste Aufgabe aussuchen. Wie genau diese Auswahlmöglichkeiten gestaltet sind, unterscheidet sich von Fach zu Fach, dies können die Fachlehrer am besten erklären.
  • Die Klasuren werden dann insgesamt dreimal korrigiert, erst vom Prüfer, dann vom Korreferenten, dann vom Fachprüfungsleiter. Am Ende müssen sich alle drei über die Endnote einig sein.
  • Das Ergebnis der Klausur geht in vierfacher Wertung in die Abiturnote ein.

Die mündlichen Prüfungen

  • Im Anschluss an die Klausurenphase finden die mündlichen Prüfungen im P5-Fach statt. Dafür gibt das Kultusministerium ein Zeitfenster vor, die genauen Termine legt die Schule fest.
  • Die Prüfung beginnt damit, dass man in seine 20 - minütige Vorbereitungszeit geht. Dort bekommt man eine Aufgabe mit etwas Material. Zu diesen Aufgaben bereitet man einen kleinen Vortrag vor.
  • Nach der Vorbereitungszeit wird man in die Prüfung geholt. Dort warten der Prüfer, der Protokollant und die Fachprüfungsleitung auf den Prüfling. Sie alle drei werden am Ende die Note festlegen.
  • Die Prüfung beginnt mit dem erarbeiteten Vortrag, der etwa 10 Minuten dauert. Dann beginnt das Prüfungsgespräch. In der Regel werden dabei zunächst erweiterte Fragen zur bearbeiteten Aufgabe gestellt, dann wird das Thema gewechselt und der Prüfling muss spontan einige Fragen zu einem zweiten Sachgebiet beantworten. Insgesamt dauert die mündliche Prüfung mindestens 20 und höchstens 30 Minuten.
  • Nach der Prüfung verlässt der Prüfling den Raum und die drei Prüfer beraten über die Note und legen sie fest. Die Note wird dem Prüfling noch am selben Tag bekanntgegeben, sie geht in vierfacher Wertung in die Abiturnote ein.

Wie geht es nach den Prüfungen weiter?

Wann und wie erhält man die Prüfungsergebnisse?

kein Inhalt

Mit welchen Ergebnissen in Block II hat man das Abituir bestanden?

  • Für das Bestehen des Abiturs müssen zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:
  • 1. Die erreichten Punkte müssen in einfacher Wertung zusammen mindestens 25 ergeben.
    2. Es müssen mindestens drei Prüfungsergebnisse mit 05 Punkten oder besser bewertet worden sein.
  • Zur Verdeutlichung einige Beispiele:
  • Ergebnisse:
    08 / 02 / 08 / 05 / 02
    Insgesamt 25 Punkte, nur 2 Noten unter 05
    insgesamt also bestanden.
  • Ergebnisse:
    12 / 12 / 03 / 04 / 04
    Insgesamt 35 Punkte, aber 3 Noten unter 05, insgesamt also nicht bestanden.
    Hier kann eine Nachprüfung helfen.
  • Ergebnisse:
    06 / 06 / 02 / 05 / 03
    Insgesamt nur 22 Punkte, allerdings immerhin nur 2 Noten unter 05
    insgesamt aber nicht bestanden. Auch hier kann eine Nachprüfung helfen.
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