Ratgeber Mobbing - Perspektiven für Schülerinnen und Schüler
Sicking Kirsten
Definition1
Was ist Mobbing?
Mobbing ist die bei weitem häufigste Gewaltform an allen deutschen Schulen.
Zum Mobbing gehört z.B. andere auslachen, beschimpfen, gemeine Gerüchte verbreiten, das Verstecken oder Zerstören von Eigentum, andere zu demütigen oder sogar körperliche Gewalt gegen sie anzuwenden.
Mobbing bedeutet:
Du stehst alleine einer Gruppe gegenüber
Du wirst häufiger und über einen längeren Zeitraum (mindestens 1x pro Woche) „geärgert“.
Du weißt Dir alleine nicht mehr zu helfen und kommst nicht aus eigener Kraft gegen die Übermacht an.
Meistens sind nur wenige Kinder bzw. Jugendliche an der Mobbing-Situation aktiv beteiligt, die übrigen sehen als Mitläufer unbeteiligt zu. Mobbing findet sich in allen Jahrgangsstufen, aber je älter man wird, desto stabiler wird ein Mobbing-Fall. Daher musst Du möglichst schnell dagegen vorgehen, am besten, so lange das Mobbing noch im Anfangsstadium ist.
Grundsätzlich jede/r von Mobbing betroffen sein, es gibt keine typischen Merkmale, die jemanden zum „Opfer“ werden lassen!
Fest steht: Du bist nicht schuld an dieser Situation, so etwas kann jeden treffen! Der Auslöser kann alles Mögliche sein, z.B. ein Streit über eine Kleinigkeit. Oftmals suchen aber die Mobber auch nur nach einer Gelegenheit, eigenen Frust abzureagieren, und Du hast gar nichts damit zu tun.
Warum hilft niemand?
Den wenigsten Schülern sind die Folgen ihres Handelns bewusst. Daher werden sie im Regelfall leider auch nicht helfen. Hinzu kommt, dass viele vielleicht selber Angst haben, gemobbt zu werden, wenn sie dir helfen.
Auch Deine Freunde und Eltern können nicht in Deinen Kopf hineinschauen, Du musst ihnen erzählen, was Dich bewegt und was Du Dir wünschst.
Muss ich mich verändern?
Auf keinen Fall! Wenn du Dich veränderst, sehen deine Mobber, dass sie alles mit dir machen können. Bleib so, wie du bist! Entweder, die Mobber respektieren dich genau so, oder eben nicht. Auf jeden Fall sollte das nicht dein Problem sein! Du bist genauso richtig, wie Du bist!
Alleine gegen eine große Mobbergruppe anzukommen, ist sehr schwierig. Das kannst du besser mit der Unterstützung anderer schaffen: Wende dich an Freunde, Bekannte, Familienmitglieder und Lehrer. Und sollte es ganz schlimm werden, dann noch an einen Psychiater oder Psychologen. Im Anfangsstadium des Mobbings kann es manchmal helfen, die Täter darauf aufmerksam zu machen, was sie da überhaupt anrichten.
Suche nach Möglichkeiten, angestauten Frust loszuwerden (z.B. mit Hilfe eines Boxsacks).
Mache Dir Deine Stärken bewusst und fördere diese bewusst.
Übe selbstsicheres Auftreten und suche Dir evtl. jemanden, der Dir dabei helfen kann (Erste Hilfe findest Du hier z.B. bei youtube, Stichwort „Selbstsicheres Auftreten“ oder „Selbstvertrauen stärken“).
Überlege Dir, wie Du „cool“ auf dumme Sprüche und Ärgereien reagieren kannst, z.B. mit Hilfe des Buches „Schlagfertig auf dem Schulhof“ (s.u.), ausleihbar in der Schülerbücherei!
Lege ein Mobbingtagebuch an, in das Du aufschreibst, wer wo und wann an der Mobbing-Situation beteiligt war, welche Zeugen dabei waren, was genau passiert ist. Zeige das Mobbingtagebuch Deinen Eltern und/oder Lehrern.
Schließe Dich, wenn möglich, mit anderen zusammen, gehe mit anderen zusammen und vermeide es, alleine zu sein.
Weiche den Mobbern (vorübergehend) aus, such dir ggf. sichere Orte, z.B. die Schülerbibliothek.
Sichere, falls möglich, Beweise (z.B. per Sreenshot, oder Beweise ausdrucken).
Zeige Internet-Mobber beim Betreiber (z.B. Instagram/ WhatsApp) an.
Du bist nicht allein! - Ansprechpartner in der Schule
Sprich mit Lehrer/innen Deines Vertrauens, am besten mit Deiner/m Klassenlehrer/in.
Nimm Kontakt zum Beratungsteam des BGB auf: Du kannst Dich jederzeit per Mail oder am Lehrerzimmer an Frau Möller als Schulsozialarbeiterin oder Frau Sickung oder Frau Twiehoff als Beratungslehrerinnen wenden. Jede Beratung unterliegt der Schweigepflicht. Alles ist absolut freiwillig und geschieht mit Deinem Einverständnis. Das weitere Vorgehen wird mit Dir gemeinsam und in Deinem Sinn geplant. Ein Treffen ist auch außerhalb der Schuzeit möglich!